Das Wort „Kodex“ (Mehrzahl: Kodizes) bezeichnet den Teil eines Manuskripts.
Die Maya-Kodizes bestehen aus innerer Ficusrinde und sind wie ein Akkordeon gefaltet. Durchschnittlich sind die Seiten eher klein, also z.B. etwa 20,5 cm hoch und 10 cm breit.
Verschiedene Priester schrieben über viele Jahre an den Kodizen, die Aufgabe wurde immer weitergereicht. Die Texte sind allerdings sehr kurz und kryptisch gehalten, sodass ein großer Interpretationsraum vorhanden ist.

dresdencodex

Madrid codex

Heutzutage existieren nur noch vier Kodizes, die neben dem Popol Vuh die einzigen noch überlieferten Schriften der Maya darstellen. Die anderen Kodizes wurden durch feuchtes Klima, die vorsätzliche Vernichtung durch europäische Eroberer, Vernachlässigung und auch Schäden, die durch die Weltkriege entstanden, zerstört. Die erhaltenen Kodizes weisen durch diese Faktoren auch teilweise starke Beschädigungen auf.

 

 

 

 

 



Hier eine kurze tabellarische Zusammenfassung der Kodizes:

Codex Dresdensis

Codex Grolier
Codex Tro-Cortesianus
Codex Peresianus
in Dresden
in Mexiko-Stadt
in Madrid
in Paris
39 Blätter
11 Seiten
112 Seiten
22 Seiten
• 8 Schreiber
• Weltkulturerbe-Kandidat
• nicht zugänglich
• 1965 von Dr. José Saenz „entdeckt“
vermutlich gefälscht
• geteilt bis 1888 (daher der Doppelname)• 1,4 m lang
→ kürzester Kodex
• astronomische Beobachtungen, z.B.
Venus-Almanach
 • Beschreibung des religiösen Lebens

• Prophezeiungen
• Ritualkalender
– Beschreibung des Tierkreises
– Beschreibung der Erschaffung des Universums

datiert auf 1200-1250   datiert auf 1300-1500


„Seen werden ausgeleert, Berge stürzen um, Länder versinken in den Fluten der Meere“

Die Prophezeihungen der Maya können auf unterschiedliche Weisen ausgelegt werden. Hierbei dienen neben jenen im Pariser Kodex vor allem Inschriften auf Gebäuden. Unter anderem ist die Sprache von einer eintretenden Selbstreflektion der Menschen, von Klimawandel, Sonneneruptionen und einem neuen Evolutionsschritt.

Das folgende Video ist eine Dokumentation über verschiedene Maya-Prophezeiungen, weitere Clips zum Thema und allen anderen auf dieser Seite behandelten finden sich zum Beispiel in unserem Youtube-Channel.

Allgemein kann man sagen, dass die Maya für das Ende der langen Zählung, also dem Beginn des 14ten Baktun, auf jeden Fall einschneidende Veränderungen vorausgesagt haben, die allerdings nicht bedeuten müssen, dass die Welt untergeht, sondern viel eher, dass ein Wandel in ein neues Zeitalter beginnt.

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