Die Maya
Die Maya waren eine Hochkultur in Mesoamerika in einem Gebiet von etwa 350 000 km².
Die ersten archäologischen Funde werden auf etwa 2000 v. Chr. datiert, doch die Blütezeit der Maya-Kultur fand in der sogenannten klassischen Periode von 250 bis 900 n. Chr. statt. In dieser Zeit war ihre Ökonomie so weit entwickelt, dass sie Städte mit einer Besiedlung von mehr als 10 000 Einwohnern aufgebaut hatten, was bis dato in Europa noch gar nicht denkbar war. Insgesamt lebten mehr als fünf Millionen Maya in diesem Gebiet.

Die Maya hatten nicht nur ein wirtschaftlich durch die Verbindung politischer Zentren ausgeprägtes Netzwerk, sie waren vor allem wissenschaftlich weit entwickelt, so z.B. durch ihr Rechen- und Schriftsystem oder ihre Architektur.

Ein sehr bekanntes Bauwerk ist beispielsweise die Kukulkan-Pyramide, die sich dadurch auszeichnet, dass zur Tagundnachtgleiche (am 21.3. und 23.9.) der Schatten einer Schlange, die an der Seite heruntergleitet, zu sehen ist.
Entgegen der weit verbreiteten Annahme, die Maya wären ein friedfertiges Künstlervolk gewesen, konnten sie nicht gerade als Pazifisten bezeichnet werden. Sowohl taktisch völlig sinnfreie Kriege als auch auf verschiedenste brutale Weisen dargebrachte Menschenopfer waren Teil ihrer Lebensweise.

Am Ende der klassischen Periode zerfiel das Maya-Reich aus bisher noch schleierhaften Gründen. Die Theorien beinhalten sowohl ökologische Indikatoren wie Bodenverarmung, als auch politische und gesundheitliche. Am wahrscheinlichsten ist ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, wie klimatische Veränderungen, die durch die folgende Nahrungsmittelknappheit und Krankheiten zu politischen Unruhen führten (welche davon unterstützt wurden, dass durch das ständige Kriegführen sowieso keine konkrete Stabilität vorhanden war), was in einem Machtvakuum resultierte.
1511 begann die Conquista, also Eroberung, durch die Spanier. In dieser Zeit wurden die meisten Schriften und Relikte der Maya im Zuge der Christianisierung zerstört. Die einzigen Überbleibsel sind vier Kodizes, die für Forscher neben dem Popol Vuh die einzigen Dokumente für Recherchen darstellen.
Heutzutage leben noch etwa sechs Millionen Maya in Mittelamerika. Zwar lehnen sie sich an ihre alte Kultur an, doch ist ihr Leben von den christlichen Vorstellungen der ehemaligen Eroberer geprägt, wodurch eine Mischkultur entstanden ist. Traditionell lebende Gruppen existieren aber zum Teil noch, wie die Lacandon- oder Quiché-Maya.
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