Die Sonne befindet sich in einem stetigen Rythmus aus besonders aktiven und weniger aktiven Phasen. Wissenschaftler sind der Ansicht, dass die Perioden sich im Laufe von 11 Jahre abwechseln.

 

SonnenfleckAuf der Sonnenoberfläche findet eine temperaturabhängiger Kreislauf statt.
Er entsteht dadurch, dass heißes Gas in der Atmosphäre nach oben steigt, während kaltes Gas nach unten sinkt. Allerdings besitzt die Sonne auch starke Magnetfelder, die das Absinken verhindern können, sodass das heiße Gas abkühlt und sogenannte Sonnenflecken bildet.
Die selben Magnetfelder, die diese Sonnenflecken hervorrufen, schleudern enorme Mengen von heißem Gas aus den äußeren Schichten der Sonne ins Weltall. Diese „Wolken“ sind folgerichtig elektromagnetisch geladen. Treffen sie auf die Erde, stören sie das Magnetfeld unseres Planeten, was man als geomagnetischen Sturm bezeichnet.

Die stärksten Geomagnetischen Aufzeichnungen stammen aus den späten 1850er Jahren. Damals war die Telegrafie das modernste Kommunikationsmittel, und sie musste durch ihren technischen Fortschritt einiges einstecken – Leitungen sollen geschmolzen sein heißt es, auf jeden Fall ist es sicher, dass alle Verbindungen im betroffenen Gebiet lahm gelegt waren.

EruptionHält man sich vor Augen, wie weit die Technologie seitdem fortgeschritten ist, begreift man das Ausmaß, welches ein Sonnensturm auf unsere Welt hätte. Zunächst wären alle Satelliten, elektrischen Anlagen und Funkverbindungen gestört – somit auch beispielsweise GPS, wodurch Flugzeuge nicht mehr navigiert werden könnten. Flugzeuginsassen hätten allerdings nicht nur die Orientierungslosigkeit, sondern auch die enorme Strahleneinwirkung zu fürchten (genau wie Astronauten). Strom und Wasser könnten nicht mehr verwaltet werden und ohne Kühlung würden Lebensmittel schnell verderben. Bedenkt man, was heutzutage alles durch Elektronik geregelt ist, kann einem bei dem Gedanken schon recht mulmig werden.

 

Die folgenden von der NASA zur Verfügung gestellten Bilder zeigen den Ablauf eines Sonnensturms im Jahr 2003:

Sonnensturm 26.10. Sonnensturm 30.10.Sonnensturm 28.10Sonnensturm 4.11.

Doch wie wahrscheinlich ist eine solche Katastrophe?

Seit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts ist die Sonne so aktiv wie die letzten 1000 Jahre nicht. Das gibt Anreiz, an einen nahenden geomagnetischen Sturm zu glauben.
Tatsächlich sind die Mittel zur Berechnung der Sonnenaktivitäten allerdings noch nicht besonders ausgereift. Zwar scheint jede Methode plausibel und exakt, doch gibt es davon leider mehrere, wodurch die Prognosen von „vielleicht schon morgen“ über „2012“ bis „höchstens in ein paar hundert Jahren“ reichen.
Wir schwanken also noch im Dunkeln, doch für Forscher stellt die Sonne ein faszinierendes Studienobjekt dar und man kann gespannt die folgenden Erkenntnisse erwarten.